| VIR - Insel der
Gegensätze Bis zu den 80-ziger
Jahren des 20 Jahrhunderts lebte die Bevölkerung
in der gleichnamigen Ortschaft Vir und
zwei Dörfern-Lozice und Torovi. Außer
der autochtonen kroatischen Bevölkerung
bringt Vir auch eine Vielzahl von Gästen
in den zahlreichen Feriensiedlungen unter,
so dass die Insel vom nördlichen TeilLozica
bis hin zur Brücke im Osten und auch im
Süden unterhalb von Torovi bewohnt wird.
Vir wird in geschichtlichen Dokumenten
zum ersten Mal im Jahre 1069 in der Charta
des Königs Petar Kresimir IV erwähnt.
Bekannter ist dieses Schriftstück unter
dem Namen „ Märe nostrum Dalmaticum ".
In dieser Charta ist Vir mit Namen "Ueru"
beziehungsweise "Veru" benannt.
Diese Bezeichnung lässt Wissenschaftler
eine urmediterane Herkunft vermuten, da
der Name Weideplatz bedeutet. Archäologischen
Funden zufolge lebte bis zur Ankunft der
Römer und später der Kroaten, der illyrische
Stamm Liburni auf der Insel. Die ältesten
Denkmäler der christlichen Kultur sind
die Kirchen: Sv. Juraj (Bandira), Sv.
Nikola und Sv. Juraj. Diese Kirchen stammen
aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Die alte
Gemeinde- und Friedhofskirche Sv. Ivan,
ebenso wie die unerforschte Kirche aus
der Türkenzeit, Sv.Martin, gehen aus dem
13. und 14. Jahrhundert hervor. Sie alle
sind Beweis für den Aufenthalt der Kroaten
auf der Insel. Vir, sowie die gesamte
Region Nin geriet wahrscheinlich im Jahr
1570 in Not, da die Bevölkerung auf Inseln,
nach Italien und Istrien auswanderte.
Auf Vir ließen sich Schafs-und Ziegenzüchter
aus Ravni Kotari nieder, welche ebenso
vor den Türken flohen. Im 18. Jahrhundert
stabilisierten sich die Bedingungen. Die
Viehzucht stärkte die Insel, Wälder wurden
gerodet und verbrannt, um Weideplatz zu
schaffen. Augusta verwitwete Obradovic,
Frau des Arig Czervenko verkaufte im Jahre
1908 die Insel an die Bauern, welche sie
in 89 Ländereien aufteilten. Dadurch erhielt
die Bevölkerung eine bessere Stellung.
Sie wurden von Abgaben befreit, welche
damals 1/6 der Einkünfte und 1/4 des Weinmostes
betrugen. Im Jahr 1912 wurde das Privlaker
Becken vertieft und zwischen Skoljic und
dem Ufer der Fährverkehr eingeführt. Die
Schiffsverbindungen wurden ausgebaut,
die Bevölkerung wuchs, der Viehbestand
vergrößerte sich.

Immer mehr Weideplätze wurden eingegrenzt
und Vir erhielt seine bis heute erhaltenen
charakteristischen Züge. Zwischen den
zwei Weltkriegen verließen viele Bewohner
die Insel. Sie gingen an Bord der großen
transozeanischen Schiffe, nur wenige kamen
zurück, die meisten wanderten in die USA
und nach Südamerika aus.
Nach dem Z.Weltkrieg stieg die Bewohnerzahl
wieder an. Eine Volkszählung im Jahre
1953 ergab, daß zu dieser Zeit 1121 Personen
auf der Insel lebten - so viele wie nie
zuvor. Seitdem aber fällt die Einwohnerzahl
stetig. Fast jeder Erwachsene hier lebt
von der Navigation auf fremden Schiffen.
Ein Teil der Bevölkerung zieht nach Rijeka,
um einfache handwerkliche Tätigkeiten
auszuüben und nur wenige Jugendliche machen
überhaupt eine Ausbildung. "Fünf
vor zwölf " kommt es zum Ausbau der
Brücke. Zurecht wurde sie "Brücke
des Lebens" genannt. 1976, nach der
Fertigstellung und Inbetriebnahme der
Brücke beginnt eine neue Aera für die
Insel. |